30.12.2023

Wiederbelebt in Not – und bald obdachlos

Einmal im Abwärtsstrudel, folgt eine Hiobsbotschaft auf die andere: Beate und Georg L. droht, dass sie bald kein Dach mehr über dem Kopf haben. Dabei war Georg L. schon einmal herztot. Die Aktion 100 000 hilft.


Obwohl sie das alte Haus mag, wäre Beate L. schon längst ausgezogen, „wenn ich was anderes gefunden hätte“. Die 57-Jährige pflegt ihren Mann, der im September 2022 nach einem Herzstillstand reanimiert wurde. „Es ist ein Wunder, dass er überlebt hat“, sagt seine Frau. Seit vielen Jahren liegt das Ehepaar im Clinch mit dem Vermieter, der in einen Rechtsstreit mündete und nun in der Ankündigung der Zwangsräumung gipfelte. „Bis Ende Januar können wir noch bleiben.“

Jahrzehntelange Pechsträhne mündet in Katastrophe

Sie wisse nicht, wie es danach weitergeht, sagt Beate L. Die drohende Obdachlosigkeit und der seit seinem plötzlichen Herztod schlechte Gesundheitszustand ihres Mannes sind für Beate L. der Tiefpunkt einer zwei Jahrzehnte währenden Geschichte voll niederschmetternder Nachrichten. „Immer wenn wir dachten, es gehe bergauf, kam der nächste Schlag“, berichtet sie. Einst hatten beide Eheleute gute Jobs, verdienten gut und hatten Ersparnisse. Sie wollten eine Familie gründen, wünschten sich Kinder, waren gesellig und hätten nicht für möglich gehalten, dass sie eines Tages arm wären.

Ein Leben voller Arbeit endet mit Zwangsversteigerung

Doch mit dem Tod von Georg L.‘s Mutter, den er nur schwer verkraftete, „änderte sich alles“. Sie bauten das Haus der Mutter um. Dafür ging das Ersparte drauf, und sie machten Schulden. Womit sie nicht gerechnet hatten: Wenig später verlor er seine Stelle in dem Betrieb, in dem er 20 Jahre lang geschafft und sich durch schwere körperliche Arbeit Rückenprobleme zugezogen hatte. Sie selbst habe viel zu viel gearbeitet, was schließlich zum Burnout geführt habe, sagt Beate L.
Deshalb machte sie sich selbstständig, erfüllte sie sich einen Traum und eröffnete einen Blumen- und Gemüseladen, den sie gemeinsam führten. Nach einiger Zeit hätten sie in das Geschäft investieren müssen, doch die Bank gewährte ihr keinen Kredit, da sie keine ausgebildete Floristin sei. So belasteten sie ihr Haus mit einer Hypothek, bis es zwangsversteigert werden musste.


Ebenerdige Wohnung dringend gesucht

Das nahm Georg L. sehr mit und verschlimmerte die Krankheiten, an denen er seit seiner Kindheit leidet. Das Paar zog aufs Land. Doch bald kam es zum Zerwürfnis mit dem Vermieter, der über seinen Rechtsanwalt mehrmals und aus verschiedenen Gründen die Wohnung kündigte. „Mietschulden hatten wir zunächst nicht“, betont Beate L. „Aber jetzt fressen uns die Energiekosten auf.“ Gegen die angekündigte Zwangsräumung habe sie keinen Widerspruch mehr eingelegt, da sie keinen Rechtsbeistand habe. Die Auseinandersetzung sei zermürbend, Gerüchte und Verleumdungen machten die Runde. Schon deshalb würde sie lieber heute als morgen ausziehen. Sie suche bisher vergeblich auf verschiedenen Wegen, über Zeitungen und Internet, eine möglichst ebenerdige Wohnung, die ihr Mann mit dem Rollator bequem betreten könne.

Fünf Tage in Todesgefahr und danach ein Oberschenkelhalsbruch

Seit seinem Herz-Kreislauf-Stillstand ist er fast blind. Fünf Tage lang habe er damals mit dem Tod gerungen, so seine Frau. Vor Kurzem stürzte er und zog sich einen komplizierten Oberschenkelhalsbruch zu. Beate L. kann ihn kaum alleine lassen.

„Mein größter Wunsch ist ein Neuanfang an einem anderen Ort“

Wenn ihr alles zu schwer wird, sucht sie Ruhe und eine Verschnaufpause in einer Kirche. „Das Einzige, was mich trägt und nicht verzweifeln lässt, ist mein Glaube“, sagt sie. Er gebe ihr Halt und Zuversicht, ohne die sie längst aufgegeben hätte. „Mein größter Wunsch ist ein Neuanfang an einem anderen Ort.“

Direkte Hilfe für Beate und Georg L.

Wer dem Ehepaar L. gezielt unter die Arme greifen möchte, schreibt auf seinen Überweisungsträger unter Verwendungszweck das Stichwort „Beate und Georg L.“.
Spendenkonto bei der Volksbank Ulm-Biberach:
IBAN DE79 6309 0100 0002 3640 18, BIC ULMVDE66XXX
Bei der Sparkasse Ulm: IBAN DE47 6305 0000 0000 1000 03, BIC SOLADES1ULM
Bei der BW-Bank: IBAN DE05 6005 0101 7439 5013 93, BIC SOLADEST600

Ein Artikel von: Barbara Hinzpeter