20.01.2024

Spendenaufruf: Es fehlt an Geld für junge Gewalt-Opfer

Ulmer Zentrum für Kinderschutz braucht dringend Unterstützung, um Betroffenen mit speziellen Therapien zu helfen.

Das Kinderschutz-Zentrum des Kinderschutzbundes Ulm/Neu-Ulm besteht seit vier Jahren und ist eines von 31 Zentren bundesweit. Es berät Kinder und Familien bei Gewalt gegen Kinder. Weil die Arbeit des Kinderschutz-Zentrums zu 90 Prozent auf Spenden angewiesen ist, leistet die Aktion 100 000 und Ulmer helft finanzielle Unterstützung.


Spielen fördern das Verarbeiten

Im Kinderschutz-Zentrum werden Kinder speziell beraten und können über ihre Erfahrungen sprechen. Auch die Eltern werden durch Gespräche begleitet. Die Nachfrage nach diesem Angebot ist von Anfang an sehr groß. „Sie übersteigt bei weitem unsere Kapazität. Gleichzeitig steigt die Zahl der Kinder, die Gewalt erleben“, schreiben Bettina Müller und Sonja Kroggel, die Leiterinnen des Kinderschutz-Zentrums in ihrem Antrag auf einen Zuschuss durch die Aktion 100 000. Gerade fehlten die Mittel zur Finanzierung der spieltherapeutischen Stunden und der Elterngespräche.

Wie wichtig die Hilfe ist, zeigt das Beispiel Jasmine. Die Sechsjährige hat vor drei Jahren ihren Vater durch einen Autounfall verloren. Seit der Kindergartenzeit besucht sie mit ihren Freundinnen das Kinderturnen. Der Trainer ist erfahren und ist bei allen sehr beliebt. In der Schule fällt der Lehrerin auf, dass Jasmine oft blass zur Schule kommt und sich schlecht konzentrieren kann. Auch die Großeltern machen sich Sorgen. Die Lehrerin spricht mit dem Kind und erfährt von sexuellen Übergriffen des Sportlehrers. Jasmine hatte geschwiegen, weil der Lehrer ihr drohte, dass sie in ein Kinderheim muss, wenn sie etwas sagt.


Eigene Betreuerin bei der Spieltherapie

Auf Hinweis der Lehrerin wendet sich Jasmines Mutter an den Kinderschutzbund in Ulm. Dort hilft man ihr, mit dem Schock umzugehen und Jasmine gut zu unterstützen. Die wird von einer eigenen Beraterin spieltherapeutisch betreut. Vieles kann sie im Spiel verarbeiten. Doch die Gewalt wirkt noch lange nach. Turnen mag sie zunächst gar nicht mehr. Schritt für Schritt gewinnt sie ihre Fröhlichkeit zurück.


Gezielt das Kinderschutzzentrum fördern

Wer gezielt das Kinderschutzzentrum Ulm/Neu-Ulm fördern möchte, vermerkt auf seiner Überweisung das Stichwort „Kinderschutz-Zentrum“.
Spendenkonto bei der Volksbank Ulm-Biberach:
IBAN DE79 6309 0100 0002 3640 18, BIC ULMVDE66XXX
Bei der Sparkasse Ulm: IBAN DE47 6305 0000 0000 1000 03, BIC SOLADES1ULM
Bei der BW-Bank: IBAN DE05 6005 0101 7439 5013 93, BIC SOLADEST600

Artikel von: Birgit Eberle