25.01.2026
Aktion 100 000 sammelt 1.001.590 Euro gegen die Not
Abschluss der 55. Spendenrunde - Bei einer Feier mit Musik vom Heeresmusikkorps Ulm wird die Spendensumme bekanntgegeben.
Draußen spielt das Wetter am Sonntag (25. Januar 2026) den „Schneewalzer“, drinnen im voll besetzten CCU eröffnet das Heeresmusikkorps Ulm mit dem Marsch „Große Zeit, neue Zeit“ sein Neujahrskonzert. Vorher gibt eine ganz besondere Präsentation den Ton an. Chris Mertl, Leiter der Aktion 100 000 und Ulmer helft, verkündet das Spendenergebnis der 55. Benefizrunde der Aktion 100 000 und Ulmer helft: 1.001.590 Euro!
OB Ansbacher: Aktion 100 000 ist ulmisch und unbürokratisch
„Es ist erschreckend, dass so viele Menschen auf Hilfe angewiesen sind. Da ist es umso schöner, dass viele Menschen helfen“, sagt Mertl und ruft dazu auf, weiterhin zu spenden. Der Ulmer OB Martin Ansbacher, wie SWP-Chefredakteur Ulrich Becker Schirmherr der Aktion 100 000 und Ulmer helft, dankt für die Spendenbereitschaft. Die Benefizinitiative sei für die Stadtgesellschaft von Bedeutung. „Sie ist ulmisch, hilft konkret und ohne Aufhebens, sie ist unbürokratisch und niederschwellig“, sagt der OB. Wenn es in der großen weiten Welt unsicher sei, seien Zusammenhalt und Solidarität der Menschen vor Ort wichtig. Wobei nicht die große Geste zähle, es sei die kleine. Die Aktion 100 000 wirke in die Breite der Gesellschaft.
Wie in den vergangenen Jahren hat sich das Aktionsteam voll auf die Spenderinnen und Spender verlassen können. „Hinter dieser Riesensumme stehen wieder tausende Privat- und Firmenspender, Künstler, Vereine, Konzertbesucher, Weihnachtsmarktkäufer und das Aktionsteam“, benennt Aktionsleiter Chris Mertl die Unterstützerinnen und Unterstützer. Deshalb gelte ein großer Dank jedem einzelnen, der in der 55. Benefizsaison die Aktion gefördert habe – auf welchem Weg auch immer. Erstmalig seien großartige 100.000 Euro jeweils von Daimler Buses und durch die Benefiz-Auktion auf das Spendenkonto geflossen.
„Die 1.001.590 Euro sind ein Betrag, mit dem viel Gutes getan werden kann“, sagt Mertl. Etwa ein Drittel der Gesamtsumme kommt Notleidenden direkt zugute, allein 250.000 Euro sind über die im vergangenen Jahr neu definierte „Weihnachtsfreude“ der Aktion 100 000 ausgespielt worden, von der rund 1500 Familien und Einzelpersonen mit Schecks im jeweils niedrigen dreistelligen Eurobereich profitierten. Für Menschen in besonders prekären Situationen wurde außerdem gezielt gesammelt, sodass größere Beträge zugeteilt werden konnten. „Vor allem das Schicksal der Familie, deren Vater bei einem Betriebsunfall schwerst verletzt wurde, hat eine enorme Spendenbereitschaft ausgelöst“, berichtet Mertl.
Die Hilfe geht weiter
Der Großteil der Spendensumme wird bald an rund 170 sozial-karitative Projekte in Ulm, Neu-Ulm und den Landkreisen Alb-Donau und Neu-Ulm übergeben. Damit kann die Hilfe am Nächsten fortgesetzt werden, wobei manche Maßnahme ohne die Aktion 100 000 nicht überleben könnte. Chris Mertl betont, dass die Benefizinitiative auch außerhalb der Spendensaison aktiv ist, über die Beratungsstellen. Sie bekommen ganzjährig Mittel zur Soforthilfe.
Mit der Verkündung des Ergebnisses ist die 55. Hauptsaison der Benefizinitiative zwar beendet, doch auch die Nebensaison hat einiges zu bieten. So wird am 27. August die Big Band der Bundeswehr für den guten Zweck auf dem Münsterplatz auftreten. „Ich hoffe, dass das Wetter mitspielt“, sagt Mertl. Ob’s regnet oder schneit: Sicher ist, dass die nächste Benefizauktion im Kornhaus am 28. November sein wird.
ein Artikel von Birgit Eberle
Eine Million Euro! Dieses tolle Ergebnis ist kein Selbstläufer mehr
Es war knapp, aber am Ende konnten Aktionsleiter Chris Mertl und sein großartiges Team aufatmen: Auch in der 55. Saison hat die „Aktion 100 000 und Ulmer helft“ erneut die magische Grenze von einer Million Euro geknackt. Dank tausender Spenderinnen und Spender, dank Hunderter von Initiativen, Aufführungen und Konzerte hatten Familien und Menschen in der ganzen Region an Weihnachten zumindest ein wenig Geld, um sich etwas leisten zu können. Und zahllose karitative Einrichtungen können auch in diesem Jahr ihre Arbeit mit dem Geld der Aktion fortführen.
Aber – dieses tolle Ergebnis ist kein Selbstläufer mehr. Die Zeiten, in denen es fast jährlich eine Steigerung des Spendenaufkommens gab, sind vorbei. Das liegt nicht an der Zahl der Spenderinnen und Spender und schon gar nicht an deren Willen, etwas Gutes für die Menschen in der Region zu tun.
ein Kommentar von Ulrich Becker, Schirmherr und Chefredakteur der SÜDWEST PRESSE



