11.06.2018

SWU spendet der Aktion 2.000 Euro

Weltpremiere auf Schienen - die Avenio M absolviert ihre Jungfernfahrt und begeistert die Fahrgäste!


Um 16:02 Uhr öffneten sich gestern die Türen für die ersten Fahrgäste des Avenio M, dem neuen Straßenbahntyp der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm. Das neue Modell startete seine Jungfernfahrt mit 100 Neugierigen an Bord auf dem Gelände des Betriebshofs in der Weststadt. Tramfans hatten sich bereits postiert, um die Weltpremiere, wie SWU-Chef Klaus Eder sagte, mit der Kamera einzufangen. Zehn Euro kostete die Fahrt. Der Erlös, den die SWU auf 2000 Euro aufstockte, kam der Aktion 100 000 und Ulmer helft zu Gute. Aktionsleiter Karl Bacherle nahm den Scheck noch vor Beginn der Fahrt entgegen. In der Bahn zeigten sich auch gleich die Experten. „Die Sitzbezüge kenne ich doch vom Combino.“ Manfred Nagel fährt täglich mit dem Vorgängermodell in die Arbeit und verschaffte sich gleich einen Überblick. „Aber die Leuchtstreifen über den Türen sind neu.“ Die Karte für die Jungfernfahrt hatte sich Nagel bereits beim Tag der offenen Tür im April gekauft. „Ich will schließlich wissen, was mich ab Dezember erwartet.“ Ganz so lange wird der Böfinger wohl gar nicht mehr warten müssen, bis er die neuen Straßenbahnen im täglichen Einsatz erleben kann. „Wenn alles nach Plan läuft, können wir in vier bis fünf Wochen mit Testfahrten auf der Linie 1 starten“, sagte Jürgen Perlich. Dann gehe es um das Feintuning der Bahnen.

Der Gesamtprojektleiter von Siemens ließ sich die erste öffentliche Fahrt nicht entgehen. „Wir haben so viel Mühe und Fleiß in den vergangenen zweieinhalb Jahren in das Projekt gesteckt, da will man auf jeden Fall dabei sein.“ Zu den Besonderheiten und Herausforderungen gehörten in Ulm Anstiege wie die Böfinger Steige. „Wir haben hier eine Steigung von bis zu 8,7 Prozent“, sagte Perlich. Darauf müssten die Bremsen ausgelegt sein. In Böfingen zeigte Jürgen Späth, Leiter der Schienenfahrzeuge und gestern in der Fahrerkabine des Avenio, was die Straßenbahn drauf hat. 60 Kilometer pro Stunde erreicht die Tram, angetrieben von vier Elektromotoren mit jeweils 100 Kilowatt Leistung, erklärte SWU-Verkehr-Geschäftsführer André Dillmann. Von kommender Woche an dürfen dann auch die regulären Fahrer ran. „Dann beginnt die Fahrschule“, sagte Späth. Die Kollegen müssten sich jedoch nicht komplett umstellen.

„Das Fahrgefühl ist dasselbe, man muss nur schauen, wo die richtigen Knöpfe sind.“ „Man kommt sich hier drin vor wie die Queen und kann den Leuten draußen winken“, freute sich Ursel Wachter. Die 92-Jährige, so alt ist übrigens auch die Queen, war mit ihren beiden Töchtern in der Bahn. „Eine meiner Töchter hat heute Geburtstag, da machen wir einen Ausflug“, erklärte Wachter. Von der neuen Straßenbahn war sie bereits nach wenigen Metern angetan. „Es ist einfach super und so still.“ Die ruhige Fahrlage überzeugte auch Melanie Conrad „und die breiten Gänge. Nur die Klimaanlage dürfte noch besser laufen.“ Die Teilnahme an der Jungfernfahrt war für sie selbstverständlich. „Als Ur-Söflingerin muss ich mir doch anschauen mit was ich bald in die Stadt fahren kann.“

Julia Kling