17.03.2016

August Inhofer spendet 80.000 € zu seinem 80. Geburtstag

Gesund und zufrieden mit Beruf und Leben – so begeht Unternehmer August Inhofer morgen seinen
80. Geburtstag. Für ihn der Anlass, 80 000 Euro zu spenden. Inhofer kündigt an: Die Firma soll weiter wachsen.

„Wir haben keine Einladungen verschickt. Wer mich an dem Tag sehen will, der weiß, wo er mich findet.“ Natürlich in der Firma, im Möbelhaus an der Ulmer Straße. Dort, im Restaurant Culinarium, wird Firmengründer August Inhofer morgen seinen 80. Geburtstag feiern. Alle Mitarbeiter, es sind mittlerweile rund 1200, seien dazu eingeladen, sagt Inhofer, und auch jeder, der sonst noch kommen mag. „Ich freue mich über alle Gäste.“ Der Jubilar, der gesund und munter am Schreibtisch sitzt, will etwas zurückgeben von dem Erfolg, den er hatte und hat, vom empfangenen Glück.
Anlässlich seines 80. Geburtstags spendet August Inhofer 80 000 Euro für wohltätige Zwecke. 40 000 Euro gehen an die Aktion 100 000 und Ulmer helft, 40 000 Euro an die Kartei der Not. „So kommt das Geld bei den Bedürftigen an, die es wirklich brauchen“, sagt Inhofer bei der Scheckübergabe. Er wisse, was für „tolle Einrichtungen“ mit den Spendengeldern unterstützt werden. Aktionsleiter Karl Bacherle von der SÜDWEST PRESSE berichtete, dass pro Jahr rund 2000 Familien und 100 soziale Einrichtungen bedacht würden. Darunter seien viele kleine, aber ungemein wichtige Hilfsangebote, die sich keine professionelle Werbung leisten könnten. Etwa die Wärmestube für Obdachlose, die 5000 Euro für den Kauf von Lebensmitteln erhält. Der Verein Medinetz, der Menschen ohne Krankenversicherung eine Behandlung ermöglicht. Oder jene Ehrenamtlichen, die Jahr für Jahr für Behinderte einen Ausflug an den Bodensee organisieren. Bacherle: „Sie spenden in einen Solidartopf.“

Inhofer machte deutlich, dass er die Voraussetzung für großzügige Spenden, den wirtschaftlichen Erfolg seines Unternehmens, auszubauen gedenke. „Wir haben noch ein paar Dinge vor, um zu wachsen.“ So soll am Stammhaus in Senden angebaut werden, ließ Inhofer durchblicken, ohne Details zu nennen. „Der Steg hat gezeigt, dass da noch was kommen muss“, sagte er in Anspielung auf die auch als Verkaufsfläche dienende, über der Ulmer Straße schwebende Verbindung zwischen dem Möbelhaus und dem Parkplatz nördlich der Straße. Das Unternehmen werde der Branche treu bleiben, aber beim Sortiment eben noch „eins oben drauf setzen“, das Möbel-Angebot abrunden, möglicherweise in Richtung Antiquitäten. Auch von einem Museum sprach der Seniorchef. Außerdem erfordere der wachsende Internethandel den Bau eines neuen, großen Logistikzentrums.

Das bestehende Zentrallager steht in Witzighausen. In jenem beschaulichen Ort war August Inhofer 1965 in den Möbelhandel eingestiegen. Zuvor hatte er nach seinen Lehrjahren in anderen Betrieben, ab 1955 in der 1931 gegründeten elterlichen Schreinerei in Wullenstetten mitgearbeitet. Sein Vater war im Krieg gefallen, seine Mutter, die den Betrieb danach mit einem Schreinermeister weiterführte, verstarb 1957, da war August Inhofer 21 Jahre alt und Geselle. Doch er biss sich durch bis zur Meisterprüfung und startete 1965 als Chef von 45 Mitarbeitern mit einer Möbelausstellungshalle. Viele Hochzeitspaare hätten sich damals bei ihm ihre erste gemeinsame Einrichtung gekauft, erinnert sich Inhofer und berichtet lachend, dass einige ihn gleich als Hochzeitschauffeur verpflichteten. Schnell habe er gemerkt, dass sich mit dem Möbelhandel gut Geld verdienen ließ, und so erfolgte 1976 die Eröffnung des Einrichtungshauses in Senden am heutigen Standort mit einer Verkaufsfläche von 15 000 Quadratmeter. Direkt an der damaligen B 19, die vor dem Bau der A 7 bis Österreich die Verbindung aus Süddeutschland ins Allgäu war. „Aber auch, als die Autobahn kam, hat uns das nichts von den Kunden weggenommen“, sagt Inhofer – was nicht zuletzt an dem ausgefuchsten Slogan „Inhofer-Ausfahrt Senden“ liegen dürfte.

August Inhofer sagt, solange er gesund bleibt, wolle er trotz seines fortgeschrittenen Alters im Unternehmen tätig sein. „Ich fühle mich ja nicht anders als früher.“ Sein typischer Tag beginne um 7.30 Uhr in Witzighausen, wo er seinen Bruder Karl treffe – der bereits 82 Jahre alt ist. Die dort noch immer ansässige Schreinerei sei „bis heute das Bindeglied in der Firma“. Auch auf dem familieneigenen Bauernhof schaue er ab und an vorbei. Dort werden unter anderem Puten, Enten, Gänse, Hennen und Schweine gehalten, die dann in den Restaurants im Möbelhaus auf den Tisch kommen.
Auf dem Hof stehen auch Pferde seiner Lebensgefährtin. Seine erste Frau Rita Maria starb vor 20 Jahren. August Inhofer betont: Seine Familie – er hat zwei Töchter und vier Enkelkinder – und seine Freunde stünden für ihn im Mittelpunkt.