24.04.2016

Stadtkapelle spielt Klangvolles aus dem Morgenland

Zum Frühjahrskonzert hat die Stadtkapelle Ulm große Namen aufgeboten: Mit Werken von Philip Sparke, Alfred Reed und Percy Grainger kam sie in Fahrt.

Gerade mal eine Woche nach Douglas Bostocks Jubiläumsauftritt mit dem Sinfonischen Blasorchester Ulm gab es für das Ulmer Publikum am Samstagabend ein weiteres Frühlingserwachen im Kornhaus: Die Stadtkapelle wartete zu ihrem Frühjahrskonzert mit etlichen Starkomponisten auf – Philip Sparke, Alfred Reed, Percy Grainger. Und Dirigent Franco Hänle wollte es im CCU seiner Mimik zufolge wohl ganz genau wissen. Die Latte hing nach Bostocks rein englischem Programm hoch, doch auch die Verantwortlichen der Stadtkapelle hatten sich Reizvolles ausgedacht: Musikalisch hatte der Konzertabend fast ausschließlich mit dem Nahen und Fernen Osten zu tun.

Ein „buntes orientalisches Programm“ nannte es Christian Nill in Vertretung des Ersten Vorsitzenden, Oberbürgermeister Gunther Czisch, in seiner launigen Begrüßung: Janitscharen-Musik, der berühmt-berüchtigte Orient-Express von Philip Sparke, musikalische Erinnerungen an asiatische Kolonialzeiten, eine Arabeske sowie die Komposition „Joyride“ vom Amerikaner Michael Markowski mögen als Belege dienen – letztere mit überraschenden Hinweisen auf „Freude schöner Götterfunken“.

Im Zentrum des Abends aber stand ein bezauberndes dreiteiliges Flötenkonzert mit Corinna Henger: „Shades of Syrinx“ des österreichischen Bläserkomponisten Herbert Marinkovits. Meisterhaft „japanisch“ interpretiert von der jungen Flötistin aus Ehingen. Gäbe es die Charakterisierung nippon-arabesk, hier wäre sie angebracht gewesen. Die herrlichen Klangfarben der Syrinx – eigentlich eine Panflöte des griechischen Altertums – zogen das Publikum in ihren Bann.

Zugaben der Solistin und eines gegen Ende immer stimmigeren Orchesters mit einem „Ägyptischen Marsch“ und dem „Traum der arabischen Nacht“ ließen die winterliche Kälte draußen glatt vergessen.



Veröffentlicht in der SÜDWEST PRESSE am 25. April von Ulrich Schneider-Allgaier
Foto: Matthias Kessler